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Gedanken zur Zucht
Mein Zuchtweg
Welpen
Meine Hunde
"Den einzig wahren Weg..." - tut mir leid, den gibt es nicht!
Jeder von uns wünscht sich einen Hund, der gesund, leistungsbereit und wesensfest ist, der sein möglichst langes Leben glücklich an unserer Seite verbringen kann. Wenn man einen Border Collie möchte, hat man meist genaue Vorstellungen - was soll mein Hund später für Aufgaben haben? Wie sollte er Aussehen? Und hier kommt ein Züchter ins Spiel. Doch genau hier können leider auch die Probleme beginnen - als Käufer blickt man in einen See von Möglichkeiten, es gibt einige Züchter, in den verschiedensten Zuchtverbänden oder auch ohne kontrollierte Zucht. Wie soll man da den richtigen finden? Und hat man dann ein paar Züchter ausgewählt, blickt man in viele kleine Hundeaugen - doch welche sind die richtigen? Bevor man nun beginnt, seinen zukünftigen Begleiter in allen Lebenslagen auszusuchen, ist es hilfreich, bei der Wahl des Züchters die folgende Checkliste „abzuarbeiten“: 1. Zuchtziel des Züchters: wer einen Trialisten sucht, ist bei einem Züchter, bei dessen Hunden die Arbeitsleistung nicht feststellbar ist, schlecht aufgehoben. Aber Trialist x Trialist garantiert nie, dass ein Trialist geboren wird, ebensowenig wie Showhund x Showhund immer ein Showhund ergibt. Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit größer, doch eine Garantie gibt es nie. Gerade Arbeitsmerkmale werden oft versteckt vererbt und tauchen mitunter erst Generationen später auf. Ein guter Züchter kann Prognosen über die Entwicklung eines von ihm gezüchteten Welpen machen, wird aber niemals genaue Aussagen zum Hütetrieb, Arbeitstil oder Temperamt machen. Deshalb VORSICHT bei Züchtern, die mit „Border Collies mit wenig Hütetrieb“ oder „leicht lenkbaren Hütetrieb“ zu züchten werben, ohne dass diese Hunde über Generationen auf ihre Hütefähigkeit getestet wurden. Durch den Erwerb eines solchen Hundes hat man sich ein Überraschungspaket ins Haus geholt - es kann niemand voraussagen, wie dieser Welpe sich entwickeln wird. 2. Gesundheit: Um eine möglichst lange und glückliche Zeit mit seinem Border Collie verbringen zu können, ist es wichtig, einen möglichst gesunden Hund zu haben. Es ist nicht möglich, dass ein Züchter alle genetischen Krankheiten verhindern kann, doch einige können gänzlich ausgeschlossen und bei anderen das Risiko erheblich geschmälert werden. Deshalb bitte beim Wahl der Züchter unbedingt darauf achten, dass die Zuchtpartner und mindestens deren Eltern auf HD geröntgt wurden (Ergebnis pro Verpaarung immer A[frei] x A oder A x B[fast normal]). Da der Border Collie zu Augenerkrankungen neigt, ist es wichtig, dass die Zuchttiere regelmäßig durch einen DOK Tierarzt untersucht werden (im Welpenalter und spätestens alle zwei Jahre zur Nachkontrolle, da einige Erkrankungen sich erst im Erwachsenenalter bilden). In der heutigen Zeit der Gentechnik ist es mittlerweile möglich, einige genetische Krankheiten durch eine Genanalyse festzustellen und gänzlich auszuschließen! Ein Elterntier sollte zwingend genetisch untersucht sein auf CEA, CL, TNS und den MDR1 Defekt, und bei allen genetisch frei sein. Nur dann können diese Krankheiten zuverlässig verhindert werden! Ein Züchter, der nicht bereit ist, diese vergleichsweise niedrigen Kosten zu investieren, handelt keinesfalls im Interesse der Rasse und man sollte unbedingt die Finger von Welpen aus solchen Zuchten lassen!! Und bitte bedenken: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - IMMER die Belege von ALLEN Untersuchungen zeigen lassen! Ein guter Züchter freut sich über dieses Interesse, ist stolz auf seine Hunde und was er für die Zucht leistet - werden keine Belege gezeigt oder Ausreden aufgetischt, weshalb diese nicht vorliegen….FINGER WEG! 3. Haltung: Der Border Collie ist ein Arbeitstier und nicht dafür bestimmt, sein Leben hinter verschlossener Tür zu verbringen und ein Wurf nach dem anderen zu zeugen. Nur bei Elterntieren, die in irgendeiner Form gefördert werden, kann man ihr genetisches Potential erahnen. Natürlich ist ein fettgefütterter Border Collie, der nie das Haus verlässt relativ ruhig. Doch es sagt absolut rein gar nichts über das eigentliche Potential des Hundes aus, geschweige denn über die Gene! 4. Häufigkeit der Zuchtverwendung: Massenzüchter sollten niemals unterstützt werden! Eine Hündin, die in nahezu jeder Läufigkeit belegt wird, oder bereits mehr als 5 Würfe hat, wird gnadenlos ausgebeutet. Da gibt es kein „schönreden“, es ist reine Geldgier und nichts anderes. Auch wer 4 Würfe oder gar mehr im Jahr von verschiedenen Hunden hat, ist nicht unbedingt empfehlenswert. Merke: in Hessen gilt jeder Züchter, der mehr als drei Würfe (egal welche Rasse) pro Kalenderjahr hat oder mehr als drei Zuchtfähige Hündinnen hält (egal welche Rasse), als Gewerbetreibender und muss als solcher dies angemeldet haben! Sich dann noch „Hobbyzüchter“ zu nennen, ist schlicht eine Frechheit. 5. Sozialisierung: Wo wachsen die Welpen auf? Wie reagieren die Zuchttiere und andere Tiere im Haushalt auf den Besuch? Sind die Welpen aufgeschlossen? Ist die Wurfstätte sauber? Welche Spielmöglichkeiten werden den Welpen geboten? Es ist wichtig, dass gerade Welpen „mitten im Geschehen“ aufwachsen, je mehr sie in der Zeit beim Züchter kennenlernen, desto sicherer werden sie als erwachsene Hunde sein. Je lauter und aufregender, desto besser. Welpen abgeschoben in Nebenräume ohne sensorische Reize ist ein Armutszeugnis für jeden Züchter und solche Welpen bedeuten für den Käufer eine erhebliche Mehrarbeit in der Sozialisierung und Prägung. 6. Die Qual der Wahl: nun wurden 5 Punkte abgearbeitet, und es stehen noch ein paar Züchter zur Auswahl? Einer mit FCI Papiere, einer mit Papieren eines anderen Verbandes, einer gar ohne Papiere? Nun muss man entscheiden, was man später mit seinem Hund machen möchte: möchte man einen Begleiter für den Alltag ohne züchterische Ambitionen, dann ist ein Hund ohne Papiere in Ordnung, allerdings sollte man sich Gedanken machen, ob man nicht lieber einen „Secondhand“ Hund eine Chance geben sollte? Möchte man die Möglichkeit, später selbst züchterisch tätig zu werden, oder man hat eine genaue Vorstellung, wie der Hund möglichst sein sollte, so ist die Wahl eines Hundes mit Papieren nötig. Ist man ein ambitionierter Hundesportler und möchte sich die Möglichkeit, an einer Weltmeisterschaft teilnehmen zu können, offenhalten, dann sollte man sich für einen Hund mit FCI Papieren entscheiden. Im Endeffekt kommt es auf den einzelnen Züchter an, und nicht auf dessen Zugehörigkeit zu einem bestimmten Verein.